Revitalisierung Hepbach, Egnach

Revitalisierung Hepbach, Egnach

Die Entwicklung des Gewässerraums erfordert eine sorgfältige Abstimmung unterschiedlicher Interessen. Neben ökologischen Anforderungen spielen auch landwirtschaftliche Nutzungen und bestehende Infrastrukturen eine zentrale Rolle. Erfolgreiche Projekte schaffen es, alle Ansprüche in Einklang zu bringen. Das zeigt die Revitalisierung des Hepbachs exemplarisch.  

Der Hepbach zwischen Egnach und Salmsach liegt in einem sensiblen Landschaftsraum zwischen dem Bodensee, einem Flachmoor von nationaler Bedeutung und bewirtschafteten Landwirtschaftsflächen. Im Rahmen der Revitalisierung haben wir den rund 250 Meter langen Abschnitt auf der Grenze der Gemeinden Egnach und Salmsach ökologisch aufgewertet und an die umliegenden Rahmenbedingungen angepasst.

Im ursprünglichen Zustand führten zeitweilige Verbauungen durch den Biber zu Sohlabtiefungen und Böschungsanrissen im angrenzenden Landwirtschaftsgebiet. Im Rahmen der Revitalisierung überführte das Team von Wälli den oberen Bachlauf in eine mäandrierende Linienführung und flachte die Böschungen ab. Im unteren Abschnitt verlegten wir den Bachlauf um rund 15 Meter in das nicht bewirtschaftete Naturschutzgebiet. Die ehemalige Gerinneführung füllten wir auf einer Länge von 40 Metern auf und sicherten das Ufer des untersten Bereichs mit Holzgeflechten. Über zwei Nebenbachläufe vernetzten wir den Bach mit dem neuen Hauptlauf. Weitere ökologisch wertvolle Strukturen wie Fischunterstände und Totholzinseln ergänzen die bestehende Landschaft. Sie schaffen neue Lebensräume – unter gleichzeitiger Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Nutzung.

Projektdaten

Auftraggeber

Amt für Raumentwicklung, Kanton Thurgau

Zeitraum

2018 bis 2025

Leistungen

  • Vorprojekt
  • Bau- und Auflageprojekt
  • Bauleitung

Aspekte der Nachhaltigkeit

Umwelt

Die Revitalisierung verbessert die ökologische Funktion des Hepbachs spürbar. Neu geschaffene Strukturen wie Flachwasser- und Feuchtzonen, Totholzbereiche und naturnahe Uferzonen vernetzen die bestehenden Lebensräume. Das erhöht die Habitatvielfalt und fördert die Entwicklung der Gewässerbodenfauna (Makrozoobenthos) sowie der Ufervegetation. Mit der Schaffung von Korridoren und Brücken zwischen den Naturschutzzonen verbessern wir die Bewegungs- und Verbreitungsfähigkeit von Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig wird der Schilfbereich gezielt gepflegt und unterhalten, um seine ökologische Funktion langfristig zu sichern. Ein langfristig angelegtes Monitoring bis 2037 begleitet die Entwicklung und zeigt Veränderungen transparent auf.

Wirtschaft

Trotz des ökologischen Schwerpunkts berücksichtigte das Projektteam die landwirtschaftliche Nutzung der angrenzenden Flächen und sicherte sie langfristig. Während der Bauphase lagerten wir anfallendes Material wie Moorboden und Humus fachgerecht, um es in anderen Projekten wiederzuverwenden. Das schont die Ressourcen und reduziert Entsorgungsaufwände. Die sorgfältige Materialbewirtschaftung trägt zu einer effizienten und kreislauforientierten Projektabwicklung bei.

Gesellschaft

Das Projekt steht im Spannungsfeld unterschiedlicher Nutzungsinteressen, insbesondere zwischen Naturschutz und angrenzender Landwirtschaft sowie der Fischerei. Als Teil eines Schutzgebiets von nationaler Bedeutung steht aber die Förderung der Biodiversität im Vordergrund. Der Zugang für die Öffentlichkeit ist bewusst nicht vorgesehen, um die empfindlichen Lebensräume, wie etwa das vorhandene Schilfgebiet von nationaler Bedeutung – zu schützen. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie konsequenter Naturschutz und landwirtschaftliche Interessen vereint werden können.

Bei der Revitalisierung des Hepbachs haben wir diese Nachhaltigkeitsziele berücksichtigt

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Referenzen

Weitere Projekte

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